Die Weisheit der Demenz

06.11.2025

Vortrag von Hildegard Nachum stieß auf großes Interesse

Der Vortrag mit Hildegard Nachum hat viele Zuhörer:innen angezogen und tief berührt. Sie vermittelte praxisnah die Methode der Validation und ermutigte die Anwesenden, diese in der eigenen Arbeit anzuwenden.

Sie wies auf ein wichtiges Spannungsfeld hin: Einerseits sollen Menschen mit Demenz nicht belogen werden. Andererseits ist es wenig hilfreich, ihnen ständig mitzuteilen, dass ihr Partner oder ihre Angehörigen verstorben sind. Stattdessen kann man ihre Erinnerungen aufgreifen, zum Beispiel mit Fragen wie: „Was magst du an deinem Rudi?“ oder „Wo habt ihr euch kennengelernt?“ – so wird die Kommunikation erleichtert, ohne
die Betroffenen zu überfordern.

Nachum stellte die drei Grundbedürfnisse von Menschen mit Demenz anschaulich dar: Sinn, Liebe und Schutz. Besonders das Bedürfnis nach Schutz wurde hervorgehoben, da es für Betroffene eine zentrale Rolle spielt. 

Mit dem Bild einer Bibliothek und den persönlichen „Lebensbüchern“ erklärte sie die Entwicklung der Demenz sehr anschaulich: Die Erinnerungen verschwinden von der jüngsten Vergangenheit ausgehend zurück bis zur Kindheit. Das Lebensbuch von „gestern“ fällt zuerst um, während das Buch der Kindheit oft lange erhalten bleibt.

Einfühlsam zeigte sie, wie Kommunikation erleichtert werden kann: einfache Maßnahmen wie Lärm vermeiden (kein Radio, kein Fernseher), zuhören statt korrigieren, oder gemeinsame Aktivitäten, wie das Anschauen alter Fotoalben, können die Interaktion spielerisch gestalten. Vertraute Musik und Rituale gewinnen an Bedeutung, während abrupt wechselnde Themen oder Veränderungen vermieden werden sollten.

Ein herzlicher Dank geht an die Kooperationspartner Bildungshaus Batschuns und die SOB Schule für Sozialbetreuungsberufe. 

Autor:
DSA  Peter Weiskopf